Jedes Leben schreibt sein eigenes Buch.
Ein Buch voller Kapitel.
Jedes Kapitel enthält vollgeschriebenen Seiten.
Manche Kapitel sind nach wenigen Seiten beendet,
andere wiederum sehr lang.
In diesem Buch sind viele Geschichten enthalten.
Während die einen an traurige Zeiten erinnern,
sind andere wiederum von Romantik und Schönheit getränkt.
Jedes Buch sieht nach einer Weile abgenutzt aus,
manche Seiten wurde heraus gerissen,
bestimmte Stellen unterstrichen.
Die Seiten des Buches sind Erinnerungen.
Denn bestimmte Erinnerungen sind von besonderer Bedeutung,
werden hervorgehoben.
Manche Erinnerungen sind so schmerzlich,
das man nie wieder davon hören will.
Die Seiten werden einfach raus gerissen.
Immer mal wieder schlägt man im Buch nach.
Man schlägt nach,
um sich an die Zeiten von damals zu Erinnerung.
Man schlägt nach,
um aus vergangenen Fehlern zu Lernen.
Man schlägt nach,
um noch einmal Vergangenes zu Fühlen.
Doch das nachschlagen alter Seiten, Geschichten und Kapitel …
… kann auch neue Erkenntnisse mit sich bringen.
Während manche Seiten kaum noch lesbar sind,
kann es sein das an anderen Stellen Dinge gesehen werden,
die man vorher nicht gesehen hat.
Ich schlug nach und habe gelesen.
Immer und immer wieder.
Auf der Suche nach neuen Erkenntnisse,
nach Fehlern und Freuden vergangener Tage …
… um weiter in diesem Buch schreiben zu Können.
Doch ich konnte nicht das finden,
wonach ich suchte.
Dinge die vorher geschrieben standen,
sind nie wirklich so gewesen…
… nie so gewesen
NIE!
Ich schlug das Kapitel 2 nach …
… und begann damit die einzelnen Seiten zu studieren.
Dabei riss ich immer mehr Seiten aus dem Buch.
Was bleibt ist ein Buch einsamer Seiten.
Die Seiten vergangener Kapitel haben keinen Wert mehr,
denn man kann sie nicht mehr lesen.
Das Buch ist fast leer …
… schon seit einer Weile.
Das Buch ist fast leer …
… doch ich habe keine Lust mehr zu Schreiben.
Das Leben besteht aus Geben und Nehmen.
Nur so funktioniert ein gutes Miteinander.
Man gibt,
um anderen zu helfen.
Man nimmt,
um selber Kraft zu Bekommen.
Nur wer auch mal nimmt,
der kann auch weiterhin geben.
Man gibt gern,
sollte man.
Doch was ist,
wenn man immer nur gibt
und nichts nimmt …
… weil man vielleicht nicht bekommt?
… weil man nicht das Richtige bekommt?
… weil man es nicht annehmen kann?
Und es dann wieder heißt…
… man muss es hinnehmen …
Also nehme ich doch …
… ich nehmen hin …
… und der Rest in mir nimmt ab.
Man hat seine Wurzeln,
welche einem vom Beginn des Lebens an begleiten.
Doch je größer der Baum wird,
desto weiter die Entfernung zu den Wurzeln.
Man hat Blätter an den Ästen,
die wie Freunde in schweren Zeiten kraft geben.
Doch im Herbst fällt auch das letzte Blatt zu Boden.
Das Leben eines Baumes durchlebt vier Jahreszeiten …
… der Frühling gibt Kraft und Stärke
… der Sommer ist die Blüte des Lebens
… der Herbst nimmt die Blätter und die letzte Kraft
… und der Winter kleidet in wunderschönem weiß,
ehe der Baum sich ein letztes mal aufrichtet um zu Sterben
Noch überlebt der Baum den Winter …
… denn ein letztes Blatt übersteht den eisigen Wind.
Es hängt dort schon seit sieben Wintern …
… und spendet letzte Kraft und Hoffnung.
Ich warte auf den Frühling,
der mich von den Strapazen des langen Winters erholt.
Der mir ein letztes mal die Kraft gibt,
den nächsten Herbst zu Überstehen.
Ich breite die Arme aus,
und lasse die Größe meiner Krone noch einmal Vorscheinen.
Am Horizont eine aufsteigende Sonne gesichtet
und ein letztes Hoffen auf den Frühling beginnt.
Die Geduld des Baumes scheint lang,
doch die Kraft ist nicht unendlich.
So lautet eine Volksweisheit.
Doch was ist, wenn man keine Familie mehr hat?
Wo befindet man sich dann,
wo ist die eigene Heimat?
Wenn jeder Besuch in den eigenen 4 Wände sich anfühlt,
als wäre man nur zu Besuch?
Wie in einem Gefängnis,
nur für eine (un)gewisse Zeit.
Nur wo geht man hin,
wenn man das Gefühl der Heimat …
… eines eigenen Zuhause braucht?
Dort wo man Wärme und Geborgenheit spürt.
Dort wo man sich Zuhause fühlt.
Dort wo man die Füße hoch legen kann.
Dort wo man von seinem Tag erzählt.
Dort wo jemand auf dich wartet.
… nur wo geht man dann hin?
Ein schwebender Zustand des Funktionierens!
Eine ruhelose Aneinanderreihung haltloser Gefühle.
Der einzige Laut – das zurück-schallende Echo der eigenen Worte…
… zurück-gerufen von den eigenen Wänden.
Doch Wände können nicht sprechen.
Sie hören nur zu.
Aber sie warten …
… jeden Tag
Ich richte mich auf,
wie Bäume, wenn sie wissen, dass es Zeit zum sterben ist.
Ich muss weg hier!
Der Morgen beginnt
Die Augenlider raffen sich auf
Erste Empfindungen durchdringen die Glieder
Ein neuer Tag beginnt Das tägliche Sterben auch
Der tägliche Wahnsinn
Fertig machen
Arbeiten
Funktionieren Ich sterbe immer weiter
Menschen
Sie laufen vorbei
Sie laufen mit
Sie sind aber nicht Existent
Somit laufe ich alleine und sterbe immer mehr
Nach außen…
ruhig
gelassen
arrogant
besser
alles okay
Aber drinnen…
Krieg
Unruhe
Tobsucht
Angespannt am sterben – immer wieder
Der Tag neigt sich dem Ende zu
Das Sterben wird weniger
Die Ruhelosigkeit legt sich
Das Buch wird zur Hand genommen
Ich tauche ein in eine andere Welt
In einer Welt,
wo gelebt und gestorben wird
Wenige Gedanken reißen mich wieder raus
lassen mich noch mal kurz sterben
Wenige male Sterben,
bis ich das Buch aus der Hand lege und die Augen schließe.
Ich Schlafe,
denn dort Lebe ich.
Ich lebe im Traum,
lebe aber nicht den Traum.
Und ich lebe nur so lange,
bis der Wecker klingelt und mich erneut sterben lässt.
Das hier und jetzt ist unwahr,
der Traum das einzige, was von Bedeutung ist.
Und jeder Traum schmerzt aufs Neue,
denn er zeigt mir die Welt,
in der ich einst gelebt habe …
… bevor ich anfing zu Sterben
Doch jetzt bin ich Tod.
Jeden Tag wieder.
Doch kann ich nicht aufhören zu Sterben.
Wer mag es nicht?
Ein Kompliment zu Bekommen,
das einem zeigt, das man etwas Besonderes ist oder getan hat.
Es können schon kleine Gesten sein die den Tag erhellen.
Ob es ein freundliche Wort in Form eine Komplimentes ist,
ob es eine nette Gestik der Danksagung und des Respekt ist
oder ob es nur ein nettes und zusprechendes Lächeln ist…
… all dies kann den Tag erhellen …
Besonders schön ist es dann,
wenn man in tiefgründigen Gesprächen,
bei intensiven Kontakten
oder in starker Vertrautheit diese Komplimente bekommt.
*flüstern* ist es das?
Komplimente,
dessen Wert wesentlich höher sein sollte,
als die kleinen Tagesform erhellenden Kommentare.
Aber was ist,
wenn das Ganze fast nur noch einen bitteren Beigeschmack hat?
Man nicht mehr weiß,
welches Kompliment ist ernst gemeint und welches dient nur der Aufmunterung? *flüsternd* Abschiebung
Man nicht mehr weiß,
ob das Kompliment vielleicht ernst gemeint war,
es aber einen Tag später ganz anders dargestellt wird?
Man Komplimente bekommt,
die etwas besagen das sich in der Realität nicht wieder trifft?
Dann verliert sich irgendwann einmal die eigene Interpretationsgabe diese zu Deuten.
Und Komplimente, die zu Anfangs positiv wirken, haben nun im Nachhinein einen bitteren Beigeschmack und führen sogar zu eine subtilen Abwehrhaltung.
Wie soll man denn noch etwas glauben,
wenn man gesagt bekommt das etwas ganz besonders war,
es aber danach ganz anders abgetan wird? *flüsternd* gar nicht!
Wie soll man denn noch etwas glauben,
wenn man gesagt bekommt das man perfekt sei,
man selber aber immer gegenteiliges hat/sucht? *flüsternd* gar nicht!
Wie soll man denn noch etwas glauben,
wenn einem etwas vermittelt wird,
das am Ende doch anders hingestellt wird? *flüsternd* gar nicht!
Wie soll man denn noch etwas glauben,
wenn man für jeden der verständnisvolle beste Freund ist,
man aber überall nur auf dieser Ebene ausgenutzt wird? *flüsternd* gar nicht!
Wie soll man denn noch etwas glauben,
wenn man einem aufmunternde Komplimente sagt,
man aber nicht das Gefühl bekommt das es ehrlich gemeint ist? *flüsternd* gar nicht!
Wie soll man denn noch etwas glauben … *ScHrEiNd* gAr nIcHt!
Wie soll man denn noch etwas glauben … *ScHrEiNd* gAr nIcHt!
Wie soll man denn noch etwas glauben … *ScHrEiNd* gAr nIcHt!
Wie soll man denn noch etwas glauben … *ScHrEiNd* gAr nIcHt!
Wie soll man denn noch etwas glauben … *ScHrEiNd* gAr nIcHt!
… wenn von diesen ganzen Komplimenten keines sich in meiner Realität, meinen Welt und meinem Befinden wieder findet? …
Auf dem Boden in der Ecke liegt ein Liebesbrief…
… in meinem schwarzen Kämmerlein
Der Brief ward geschrieben von mir, für mich …
… ich lese ihn ganz für mich allein.
Zeilen voller romantischer Poesie …
… geschrieben mit blut-leerer Lippen.
Mir rangen die Thränen über die Wange …
… meine Zungenspitze versucht an dieser nippen.
Gedanken an vergangene Tage und gemeinsamer Stunden …
… doch alles ist nur noch eine Momentaufnahme.
Ein Hauch von Zweisamkeit liegt in der Luft …
… doch bin ich es – sind wir es – den ich umarme.
Die Erkenntnis berichtet mir von einer Euphorie des Augenblicks …
… und das Blut in meinen Adern scheint zu gefrieren.
Eine blasse Kälte durchtreibt das schwarze Kämmerlein …
… und am Ende sehe ich mir zu beim weinen.
Ein Gefühl von Einsamkeit streichelt meine Haut …
… und ich schaue mir dabei zu.
Die Erinnerungen an letzte Zärtlichkeiten erscheinen …
… und lassen mein Gemüt nicht in Ruh.
Ich lese meinen Liebesbrief …
… aufgebaut auf nebulösen Gedanken und Lügen.
Doch die Zeilen beginnen vor meinen Augen zu verschwimmen …
… und übrig bleibt nur eine verschleierte schöne Welt mich zu betrügen.
Nun sitze ich hier…
… in meinem schwarzen Kämmerlein.
Ruhelos gegen die wand starren …
… doch bin ich nicht Allein.
Ich streiche mir über die Haut und nehme mich in den Arm.